Ende des 2. Jahrhunderts standen die Christen bereits vor einem Problem, das uns heute vertraut ist:
Verschiedene Gruppen beanspruchten, die echte Lehre Jesu zu besitzen.
Wie antwortete Irenäus?
Kein Geheimes Christentum
Irenäus wandte sich gegen gnostische Lehrer, die besonderes Wissen beanspruchten.
Er argumentierte, dass die echte apostolische Lehre öffentlich und nachverfolgbar sei.
Er berief sich auf:
- die Heilige Schrift;
- die apostolische Überlieferung;
- mit den Aposteln verbundene Kirchen;
- die Nachfolge der Kirchenleiter.
An anderer Stelle fordert er die Christen auf, den Presbytern zu gehorchen, die die Nachfolge von den Aposteln besitzen.
Primärquellen
Gegen die Häresien, Buch III (auf Englisch):
https://www.newadvent.org/fathers/0103303.htm
Diskussion der Nachfolge:
https://www.newadvent.org/fathers/0103426.htm
Rom Tritt auf
Irenäus verweist auch auf die Kirche in Rom, verbindet sie mit Petrus und Paulus und nennt eine Reihe römischer Bischöfe.
Die genauen Folgerungen aus seiner berühmten Romstelle sind umstritten.
Diese Debatte sollte studiert werden.
Aber Roms Bedeutung in seinem Argument lässt sich nicht einfach wegwischen.
Die Autoritätsfrage Ist Schon Da
Um das Jahr 180 fragen die Christen nicht bloß:
„Welche Auslegung eines Verses bevorzuge ich persönlich?“
Sie fragen:
Wer bewahrt den apostolischen Glauben?
Diese Frage wird viele Jahrhunderte später zentral für die Debatte zwischen Katholiken und Protestanten.